…dabei gibt es doch gerade für die Studiengänge, mit denen man später mal gut verdienen kann bei denen der volkswirtschaftliche Bedarf am höchsten ist, viel weniger Plätze als Bewerber!

Zu wenig Akademiker in Deutschland?

Jeder Vierte der 25- bis 34-Jährigen erreicht in Deutschland aktuell einen akademischen Abschluss. Andere Länder haben ihre Hochschulen in den vergangenen Jahren weitaus stärker geöffnet und produzieren mehr Akademiker, wie die aktuellen Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) belegen. Im OECD-Schnitt sind es mittlerweile 40 Prozent der jüngeren Erwachsenen, also fast die Hälfte,  die einen Studienabschluss erreichen. Bei der Akademisierungsrate liegt Deutschland also abgeschlagen zurück. Die OECD hat immer wieder kritisiert, dass Deutschland bei den Hochqualifizierten den Anschluss zu verlieren drohe. Doch stimmt das so? Gibt es überhaupt genug Arbeit für Akademiker?

Es fällt auf, dass die Jugendarbeitslosigkeit gerade in denjenigen Staaten besonders hoch ist, in denen der Akademisierungs über dem anderer Länder liegt. Irrt die OECD möglicherweise sogar?

Mediziner gehen ins Ausland studieren

Der Medizinerbedarf in Deutschland lässt sich gegenwärtig nicht decken. Hier wären also zusätzliche Studienplätze wünschenswert. Doch in anderen Branchen ist, trotz hin und wieder aufkommenden Klagen der Wirtschaft, kein Akademikermangel erkennbar. Ein Beleg hierfür: Immer mehr junge Deutsche studieren im Ausland Medizin. Und sind bereit, hierfür tief in die Tasche zu greifen und Studiengebühren von 10.000 Euro und mehr pro Studienjahr zu zahlen – denn sie wissen, dass sich diese Investitions auszahlen wird, wenn man später als Arzt nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch ein überduchschnittliches Einkommen erzielen wird.

Gleiches gilt auch für Zahnmediziner und einige wenige andere Fachrichtungen. Aber Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler und Juristen studieren in aller Regel im Inland, abgesehen von dem ein oder anderen Auslandssemester. Zugegebenermaßen sind für diese Richtungen auch ausreichend Studienplätze an deutschen Unis vorhanden, aber eine Investition, wie sie angehende Mediziner tätigen, würde sich auch nicht so schnell auszahlen und wäre mithin sogar unwirtschaftlich.

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